Am Rand des sensiblen Ökosystems Naturpark Schlaubetal soll ein Windpark mit zahlreichen Windrädern der neusten und höchsten Generation von a 230m (!) entstehen.
Wir setzen uns ein für den Schutz

- des Naturpark Schlaubetal
- seltener Tierarten (z.B. Rotmilan, Kranich)
- der Kulturlandschaft
- der Menschen vor gesundheitsgefährdendem Infraschall, Lärm, Schlagschatten und Eiswurf
- der Touristenregion Naturpark Schlaubetal

Wir fordern strengere umwelt- und sozialverträgliche Anforderungen für den Bau solcher Anlagen um sicherzustellen dass Mensch und Natur keinen Schaden nehmen. Helfen Sie uns diesen Wahnsinn zu stoppen und den Naturpark Schlaubetal vor den katastrophalen Folgen eines Windparks zu schützen.
Bürgerinitiative Mixdorf
Sprecher Bernd Kochan
Akazienweg 20
15299 Mixdorf


Regionale Planungsgemeinschaft Oderland-Spree
Regionale Planungsstelle
Berliner Str. 30
15848 Beeskow Mixdorf, den 31. Mai 2017

Stellungnahme zum 3. Entwurf des sachlichen Teilregionalplans „Windenergienutzung“
Oderland-Spree, Eignungsgebiet Nr. 61 Mixdorf-Grunow

Sehr geehrter Herr Schmidt, sehr geehrter Herr Rump,

die Bürgerinitiative Mixdorf erklärt hiermit ausdrücklich, dass sich die unterzeichnenden Bürgerinnen und Bürger durch die mögliche Errichtung und den Betrieb der geplanten Windkraftanlagen im Eignungsgebiet Nr. 61 des o.a. Teilregionalplans persönlich betroffen fühlen.
Aus den nachstehenden Gründen lehnt die Bürgerinitiative die Ausweisung des „Eignungsgebietes Windenergienutzung Nr. 61 Mixdorf – Grunow“ im 3. Entwurf zum sachlichen Teilregionalplan „Windenergienutzung“ Oderland-Spree ab.

Schutzgut Mensch einschließlich menschliche Gesundheit
Optisch bedrängende Wirkung
Die im Windeignungsgebiet (WEG) 61 vorgesehenen Anlagen haben eine Höhe von ca. 230 m. Es gibt keine optischen Vorbelastungen in diesem Bereich. Die Höhe der Anlagen verursacht eine erhebliche optisch bedrängende Wirkung für die Ortslage Mixdorf und darüber hinaus.
Zwar wird der Abstand von 1000 m zur Wohnbebauung Mixdorf Süd eingehalten, die bedrängende Wirkung kann jedoch lediglich durch eine Vergrößerung der Abstände zur Wohnbebauung minimiert werden. Im Rahmen der Abwägung muss daher die 10 H Regelung (in Bayern umgesetzt) als Abstandkriterium zur Wohnbebauung auch unter dem Vorsorgeaspekt bei raumbedeutsamen Planungen nochmals geprüft werden.
Kindergarten Mixdorf
Der Abstand von 1000 m zum Kindergarten Mixdorf wird zwar eingehalten, aber die Kinder nutzen für Spaziergänge Wege, die direkt in das WEG führen. Die Kinder sind hier besonders von der optisch bedrängenden Wirkung betroffen.
Anlage Landschaft:
Optisch bedrängende Wirkung (Mixdorf Rehwinkel, Hauptstraße, Kindergarten) Fotomontagen

Immissionen durch Schattenwurf
Das WEG 61 liegt südlich der Ortslage Mixdorf. In diesem WEG sollen, wie aus uns vorliegenden Angeboten von potentiellen Investoren zu entnehmen ist, Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von bis zu 230 m und einer Nabenhöhe von 170 m errichtet werden.
Die WEA-Schattenwurf-Leitlinie des Landes Brandenburg, die bis zum 31. Dezember 2019 befristet ist, geht von einer Nabenhöhe von 100 m aus. Im Umweltbericht wird beim Schutzgut Mensch einschl. der menschlichen Gesundheit bezogen auf Immissionen durch Schattenwurf die allgemeine Aussage getroffen, dass bei Einhaltung des Abstandes von 1000 m zur Wohnbebauung keine Beeinträchtigungen zu erwarten sind.
Diese Aussage trägt in keinster Weise dem Vorsorgeaspekt der Vermeidung von schädlichen Umweltauswirkungen im Sinne § 50 Bundesimmissionsschutzgesetz Rechnung. Es ist davon auszugehen, dass auch der Regionalen Planungsstelle die aktuellen Anlagenhöhen bekannt sind und die damit verbundenen Probleme der Verschattung.
Um die Probleme der Verschattung zu verdeutlichen, wurden 4 fiktive Anlagen im WEG 61 und eine fiktive Anlage im WEG 50 positioniert. Die Anlagen wurden mit einer Gesamthöhe von 230 m angenommen und haben eine Nabenhöhe von 165 m. Im Ergebnis dieser Annahmen ist festzuhalten, dass fast die gesamte Ortslage Mixdorf vom Schattenwurf betroffen ist. Große Teile trifft die Verschattung am Nachmittag an mehr als 100 Kalendertagen und betrifft den Zeitraum von November bis Februar. Der südliche Teil der Ortslage würde vom Schattenwurf mehrerer Windräder betroffen sein. Der Verschattungszeitraum würde sich hier auf bis zu 180 Tage ausweiten, vom September bis März.
Die Verschattung reicht im Osten bis tief in das Naturschutzgebiet Oberes Demnitztal/Naturpark Schlaubetal und auch über die Schlaube hinaus. Der Verschattungszeitraum würde hier die Nachmittags-und Abendstunden von März bis September betreffen.
Die von der WEA-Schattenwurf-Leitlinie vorgegebenen Immissionsrichtewerte für die jährliche und tägliche Beschattungsdauer würden weit überschritten werden. Wir fordern Sie daher auf, im Rahmen der Abwägung die Auswirkungen von Immissionen durch Schattenwurf aufgrund des Vorsorgeaspektes und unter Berücksichtigung der aktuellen Anlagenhöhen nochmals zu überprüfen.
Es ist uns bekannt, dass sich die Schattenwurfproblematik eventuell durch Abschaltzeiten im Genehmigungsverfahren lösen ließe, es geht aber hier um vorbeugende Aspekte und die Auswahl besonders geeigneter Standorte, auf denen Windkraftanlagen konzentriert werden sollen. Von einem besonders geeigneten Standort kann man beim WEG 61 angesichts der Schattenwurfproblematik nicht sprechen.
Anlage Verschattung
Karte mit fiktiven Anlagen und Verschattungsbereich

Immissionen durch Lärmbelästigung
Im Umweltbericht wird beim Schutzgut Mensch einschl. der menschlichen Gesundheit bezogen auf Immissionen durch Lärmbelästigung die allgemeine Aussage getroffen, dass bei Einhaltung des Abstandes von 1000 m zur Wohnbebauung keine Beeinträchtigungen zu erwarten sind.
Diese Aussage trägt in keinster Weise dem Vorsorgeaspekt der Vermeidung von schädlichen Umweltauswirkungen im Sinne § 50 Bundesimmissionsschutzgesetz Rechnung. Hier bedarf es vertiefender Untersuchungen.

Immissionen durch Infraschall
Das Thema Infraschall spielt im Umweltbericht keine Rolle. Windkraftanlagen erzeugen Infraschall, der laut zahlreicher internationaler Studien bei dauerhafter Einwirkung negative Folgen für die Gesundheit hat (Beeinträchtigung Herz-Kreislaufsystem, Gleichgewichtsorgane, Nervensystem).
Zu verweisen ist u.a. auf Veröffentlichungen von Ärzte für Immissionsschutz (www.aefis.de), Medizinische Aspekte des Windkraftausbaues von Dr. T. C. Stiller. Wir fordern Sie daher auf, sich mit dem Thema Infraschall intensiv zu befassen und die Auswirkungen von durch Windkraftanlagen verursachten Infraschall auf die menschliche Gesundheit umfassend zu prüfen.

Schädigung der Attraktivität des Schlaubetals für den Tourismus
Die Attraktivität des gesamten Schlaubetals als Touristenregion wird nachhaltig geschädigt. Auch im staatlich anerkannten Erholungsort Müllrose werden die Windräder deutlich sichtbar sein. Durch die Errichtung möglicher Windkraftanlagen in den WEG 61 und 50 würde im gesamten Schlaubetal sowie in der Stadt Müllrose mit Einbrüchen von mind. 30 % bei den Touristenzahlen, den Umsätzen und im Einkommen zu rechnen sein. Die Gewerbesteuer wäre hiervon ebenfalls deutlich negativ betroffen. In Ulrichstein/Vogelsbergkreis Hessen, das wie Müllrose eine kleine Stadt, ein staatlich anerkannter Erholungsort ist, wurde der Rückgang der Touristenzahlen nach Bau der WKA von 37% belegt.
Weniger Touristen, weniger Umsätze und Einkommen, haben dann auch weniger Investitionen in
diesen Bereichen zur Folge. Eine Kettenreaktion negativen Ausmaßes, die die Arbeit im touristischen
Bereich der letzten Jahre zu nichte macht.
Förderungen in der Tourismusbranche wie z.B. für die Instandhaltung und Ausbau des Radwegenetzes werden wegfallen.
Nicht zu Letzt werden Arbeitsplätze in Müllrose und im Schlaubetal vernichtet. Nach den vorliegenden Zahlen und Schätzungen muss von einem Wegfall von mind. 100 Arbeitsplätzen ausgegangen werden. Dies kann nicht im Interesse des Landes Brandenburg und des Landkreises Oder-Spree liegen.
Hingewiesen wird auf die ausführliche Stellungnahme des Vereins Tourismusmarketing Schlaubetal eV.

Beeinträchtigung der Lebenqualität und Wertminderung der Immobilien
In Mixdorf haben sich inzwischen auch viele junge Familien angesiedelt, die sich bewusst für einen Wohnort in gesunder ländlicher Idylle entschieden haben. Eine entsprechende soziale Infrastruktur im Dorf bzw. in Müllrose wie Kindergärten und Schule sind vorhanden und wurden bzw. werden erweitert. Mit dem geplanten WEG 61 würde sich die Lebensqualität erheblich verschlechtern und zum möglichen Wegzug von jungen Familien führen.
Anderseits haben eine Vielzahl von Familien ihre Einfamilienhäuser als Altersvorsorge errichtet. Der Wert der Immobilien würde durch das geplante WEG 61 beträchtlich gemindert werden.

Brandschutz
Auf die Gefahren durch Brände von Windenergieanlagen und damit verbundene Auswirkungen insbesondere Gefahrenpotenziale wurde im Umweltbericht nicht eingegangen.

Recycling der Windkraftanlagen
Das Recyclingproblem insbesondere anfallender Sondermüll, das bei Rückbau der Windkraftanlagen entsteht, ist nicht gelöst. Auf diese Problematik wurde im Umweltbericht ebenfalls nicht eingegangen.

Schutzgut Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt
Als Restriktionskriterium 3.6 gemäß Entwurf des sachlichen Teilregionalplans „Windenergienutzung“ sind u.a. die Tierökologischen Abstandskriterien für die Errichtung von Windenergieanlagen in Brandenburg (TAK) benannt. Eine einzelfallspezifische Abwägung im Restriktionsbereich für das WEG 61 ist dem Umweltbericht nicht zu entnehmen. Die anzuwendenden tierökologischen Abstandkriterien des Windkrafterlasses im Land Brandenburg dienen der Vermeidung von Konflikten zwischen der Windenergienutzung und den Lebensraumansprüchen von Vogel-und Fledermausarten und Windenergieanlagen bis zu einer Gesamthöhe von 150 m. Die Windenergieanlagen der neusten Generation, die im WEG 61 errichtet werden sollen, haben eine Höhe von bis zu 230 m. Von welcher Gesamthöhe der Windenergieanlagen bei der Beurteilung der Auswirkungen des WEG 61 ausgegangen wurde, kann dem Umweltbericht nicht entnommen werden.
Die Aussagen zu vorkommenden TAK-relevanten Vogelarten und die Einschätzung der Auswirkungen im Umweltbericht bezogen auf das WEG 61 sind nicht nachvollziehbar und teilweise unvollständig. Das betrifft:

Seeadler
Im Naturpark Schlaubetal befinden sich Seeadlervorkommen, auf die konkreten Standorte wird im Umweltbericht nicht eingegangen.
Auf Seite 49 des Umweltberichtes wird pauschal darauf verwiesen, dass das WEG 61 nicht in einem direkten Verbindungskorridor zwischen Horst und Hauptnahrungsgewässern liegt. Erhebliche Beeinträchtigungen seien nicht zu erwarten.
Entgegen der Aussage im Umweltbericht befindet sich im WEG 61 ein direkter Verbindungskorridor zwischen dem Seeadlerhorst im Bereich Ragow und den Hauptnahrungsgewässern in der Demnitz.
Deshalb ist mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen und diese sind zu prüfen.
Wir fordern in diesem speziellen Fall die in der TAK angegebenen 12 Kilometer Entfernung für den Restriktionsbereich zu beachten, da die vielen dokumentierten Sichtungen (Fotos) das Demnitztal und den Langesee als Hauptnahrungsgewässer einstufen.
Darüber hinaus ist ein Nahrungsgewässer der Seeadler im Oelsetal und dem Oelsener See dokumentiert. In diesem Fall wird der Flugkorridor über das WEG 50 führen, was auch dieses Gebiet ausschließen sollte.
Anlage Seeadler:
Dokument mit Karte, Sichtungen und Fotos von anerkannten Ornithologen und Bürgern

Weißstorch
Im Naturpark Schlaubetal befinden sich Weißstorchvorkommen, auf die konkreten Standorte wird im Umweltbericht nicht eingegangen.
Auf Seite 49 des 3.Entwurfs (Steckbrief) wird auf Nahrungsflächen des Weißstorchs im Restriktions -bereich hingewiesen.
Ferner wird auf Seite 49 des Umweltberichtes wird pauschal darauf verwiesen, dass geeignete Nahrungshabitate des Weißstorchs nicht im WEG liegen.
Auf welcher Grundlage diese Aussage getroffen wurde bleibt offen. Ebenso ist die Aussage, dass erhebliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten sind, falsch. Auf Seite 196 des Umweltberichtes wird darauf verwiesen, dass der westliche Randbereich des WEG definitiv im Restriktionsbereich von Weißstorchvorkommen liegt.
Im WEG 61 wurde der Weißstorch gesichtet und dokumentiert.
Anlage Weißstorch :
Dokument mit Karte, Sichtungen und Fotos von anerkannten Ornithologen und Bürgern
Schwarzstorch
Im Naturpark Schlaubetal befinden sich Schwarzstorchvorkommen, auf die konkreten Standorte wird im Umweltbericht nicht eingegangen.
Im Umweltbericht auf Seite 49 wird unter „Inanspruchnahme von Flächen im artenbezogenen Restriktionsbereich gemäß der TAK“ das WEG 61 als WEG mit angrenzenden Schwarzstorchvorkom-
men beschrieben. Erhebliche Beeinträchtigungen seien nicht zu erwarten. Typische Nahrungsflächen bzw. der Zugang zu diesen seien nicht betroffen.
Schwarzstörche wurden gesichtet und dokumentiert. Aufgrund der Sichtungen und des vermuteten Brutplatzes fordern wir vertiefende Untersuchungen zum Schwarzstorch unter Beachtung der in der TAK getroffenen Festlegungen zum Schutzbereich (Einhalten eines Radius von 3.000 m zum Horst) und zum Restriktionsbereich (Freihalten der Nahrungsflächen und Gewährleistung der Erreichbarkeit derselben im Radius bis mindestens 6.000 m um den Horst).
Anlage Schwarzstorch :
Dokument mit Karte, Sichtungen und Fotos von anerkannten Ornithologen und Bürgern

Kraniche
Gemäß Anlage 1 der TAK ist ein Radius von 500 m zum Brutplatz eines Kranichs einzuhalten
Im Umweltbericht wurden die im Demnitztal befindlichen Brutplätze von Kranichen nicht berücksichtigt. Mit diesen Brutplätzen und Nahrungshabitaten im WEG 61 wird die Nutzungsmöglichkeit von Flächen für die Windenergienutzung im WEG 61 eingeschränkt. Darüber hinaus wurde ein Brutpaar am Südrand des Bürgerwaldes und ein Brutpaar im Oelseschilf südlich der B 246 gesichtet. Beide Brutplätze und die Nahrungshabitate sind gefährdet durch das WEG 61 und das WEG 50.
Anlage Kraniche :
Dokument mit Karte, Sichtungen und Fotos von anerkannten Ornithologen und Bürgern

Rotmilan
Im Steckbrief auf Seite 49 des 3.Entwurfs wird der Schutzbereich des Rotmilans erwähnt. Im Bereich des WEG 61 befinden sich Horststandorte des Rotmilans, die sowohl von ehrenamtlichen Ornithologen als auch von Bürgern nachgewiesen wurden. Desweiteren wurden Rotmilane WEG 61 vielfach gesichtet und dokumentiert. Wir fordern daher hierzu vertiefende Untersuchungen ein.
Anlage Rotmilan
Dokument mit Karte, vermuteter Brutplatz, Sichtungen und Fotos von anerkannten Ornithologen und Bürgern

Fischadler
Auf Seite 51 des Umweltberichtes wird bezogen auf den Fischadler die Aussage getroffen, dass das WEG 61 nicht in einem direkten Verbindungskorridor zwischen Horst und Hauptnahrungsgewässer liegt. Desweiteren wird im Gebietspass auf Seite 196 des Umweltberichtes darauf verwiesen, dass der östliche Teil des Gebietes innerhalb des Restriktionsbereichs von Fischadlervorkommen liegt. Typische Nahrungshabitate lägen nicht im Gebiet.
Im WEG 61 wurden Fischadler definitiv gesichtet und dokumentiert.(Anlage verschiedene weitere geschützte Vogelarten)



Fledermäuse
Zu Fledermausvorkommen im Bereich des WEG 61 fehlen im Umweltbericht Aussagen.
Fest steht, dass sich im unmittelbar angrenzenden Naturpark Schlaubetal geschützte Fledermausarten befinden (Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage Nr. 2628 im Landtag).
Langjährige Untersuchungen von Dr. Axel Schmidt (NABU) im Ragower Forst belegen Fledermausvorkommen folgender Arten: Rauhautfledermaus, Großer Abendsegler, Mückenfledermaus, Mausohr, Braunes Langohr, Kleinabendsegler, Breitflügelfledermaus, große Bartfledermaus.
Der Naturraum im Bereich des WEG 61 ist vergleichbar mit dem Naturraum Ragower Forst. Neben Waldflächen kommen Offenlandschaften dazu. Es ist daher davon auszugehen, dass sich im Bereich des WEG 61 ebenfalls Fledermausvorkommen der vorgenannten Arten und möglicherweise weitere Arten befinden. Auswirkungen auf die Fledermauslebensräume können daher nicht ausgeschlossen werden. Bereits vorliegende Unterlagen zu Fledermäusen sind in der Regionalen Planungsstelle abhanden gekommen.

Verschiedene weitere geschützte Vogelarten
Folgende weitere geschützte Vogelarten wurden gesichtet. Diese brüten bzw. suchen Nahrung im Bereich der WEG 61 und WEG 50.
Rote Liste Arten:
Wiedehopf, Rohrweihe, Kolkrabe, Turmfalke, Raubwürger, Star, Feldsperling, Goldammer, Kleinspecht, Pirol, Braunkehlchen, Wespenbussard, Baumfalke, Goldregenpfeifer, Schwarzspecht, Kornweihe, Wiesenweihe
Weitere Greifvogelarten:
Schwarzmilan, Mäusebussard
Weitere seltene Brut-und Zugvogelarten:
Waldschnepfe, Sumpfmeise, Gimpel, Stieglitz, Baumläufer, Wildgänse
Diese Vorkommen wurden im Umweltbericht nicht berücksichtigt.

Anlage: verschiedene weitere geschützte Vogelarten
Dokument mit Karte, Sichtungen und Fotos von anerkannten Ornithologen und Bürgern

Wir weisen daraufhin, dass es nicht nachvollziehbar ist, warum im Land Brandenburg die Abstandsempfehlungen für Windenergieanlagen zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brutplätzen ausgewählter Vogelarten der Länderarbeitsgemeinschaften der Vogelschutzwarten (LAGVSW) vom 15. April 2015 einschl. der Empfehlungen des Neuen Helgoländerpapiers nicht angewendet werden. Insbesondere für den Schutz des Rotmilans wäre das von entscheidender Bedeutung, da im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie festgestellt wurde, dass im Land Brandenburg bereits jetzt die Zahl der Rotmilan-Todesopfer an der Grenze zur Populationswirksamkeit liegt. Ein weiterer Ausbau wird nach Aussage des NABU Brandenburg den windkraftbedingten Rückgang der Landespopulation verschärfen und zum Verlust dieser geschützten Vogelart führen!

Beeinträchtigung angrenzendes Naturschutzgebiet „Oberes Demnitztal“ und Landschaftschutzgebiet Schlaubetal
Das WEG 61 ist eins von drei WEGs, die unmittelbar an ein Naturschutzgebiet (NSG) grenzen (S. 45 /46 Umweltbericht).
Die Ausweisung des WEG Nr. 61 in unmittelbarer Nachbarschaft des Naturparkes Schlaubetal -hier NSG und FFH-Gebiet „Oberes Demnitztal „- läuft dem Schutzziel des NSG auf Grund der in das Gebiet hineinreichenden Auswirkungen der Windkraftanlagen erheblich zuwider. So ist u.a. durch den Austritt von wassergefährdenden Stoffen während und nach der Bauzeit eine Gefahr für die Schlaube nicht auszuschließen. Die Demnitz ist der lokale Vorfluter, so dass Grundwasserverunreinigungen im NSG nicht ausgeschlossen werden können.
Eine nachvollziehbare einzelfallbezogene Begründung, warum keine Beeinträchtigung der Schutzziele erfolgt, fehlt im Umweltbericht und wird daher eingefordert.

Schutzgut Boden
Laut Gebietspass für das WEG 61(S.197 des Umweltberichtes) befindet sich ein Bereich von 49 ha mit reliktischen Anmoorgleyboden (Moorfolgeboden) im WEG. Der Raumwiederstand wird als hoch bewertet. Die pauschale Einschätzung, dass Beeinträchtigungen voraussichtlich durch geeignete Maßnahmen im Genehmigungsverfahren vermeidbar wären, ist nicht nachvollziehbar.
Flächeninanspruchnahmen für die Anlagenstandorte (Fundamente) und die Zuwegungen haben dauerhafte Beeinträchtigungen des Schutzgutes Bodens insbesondere durch Versieglungen zur Folge. Die Möglichkeit der Nutzung von Moorfolgeboden für Anlagenstandorte wird angezweifelt.
Eine Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Nutzung im Bereich des WEG 61 kann nicht ausgeschlossen werden.

Schutzgut Landschaft
Im Rahmen des Entwurfs des Landschaftsrahmenplanes des Landkreises Oder-Spree wurden Räume im Landkreis bestimmt, die bereits durch bestehende Anlagen visuell beeinträchtigt sind. Dazu zählen alle Räume im Umkreis von 5000 m um Windparks herum.
Bei Übertragung dieser Herangehensweise auf das geplante WEG 61 wären erhebliche Beeinträchtigungen von Müllrose (Ort mit hohem Erlebniswert laut Landschaftsrahmenplanentwurf) und des Schlaubetals (Landschaft mit hohem Erlebniswert, Naturlandschaft) die Folge.
Im Landschaftsrahmenplanentwurf wird ferner festgestellt, dass Offenlandschaften besonders empfindlich gegenüber visuellen Beeinträchtigungen sind, da hier störende Objekte über weite Entfernungen hin sichtbar sind (WEG 61 überwiegend Offenlandschaft). Die im WEG 61geplanten Windkraftanlagen von ca. 230 m Höhe sind aufgrund ihres technischen Erscheinungsbildes deutlich als Fremdkörper in der Landschaft wahrnehmbar. Die Beeinträchtigungen erfolgen nicht nur am Aufstellungsort sondern weit über 10 km hinaus.
Der auf Seite 55/56 des Umweltberichtes dargestellten Einschätzung, dass erhebliche Beeinträchtigungen von Bereichen mit besonderer Bedeutung für Naturhaushalt, Landschaft und Erholung nicht zu erwarten sind, wird daher widersprochen
Durch das geplante WEG 61 wird eine gravierende Veränderung des Charakters der Landschaft entstehen. Statt Äcker und Wald werden Industrie- anlagen entstehen und die typische Naturlandschaft zerstören.
Unberücksichtigt im Umweltbericht ist das Ziel aus dem Landschaftsprogramm des Landes Brandenburg zur Sicherung der Erholungseignung der Landschaft in Schwerpunkträumen der Erholungsnutzung. Das WEG 61 befindet sich in einem solchen Raum und widerspricht damit diesem Ziel des Landschaftsprogramms (LaPro Seite 48).

Anlage Landschaft
Fotomontagen von der Sichtbarkeit der Anlagen in Mixdorf, Müllrose, Grunow - Dammendorf, Schneeberg, Merz und Schernsdorf

Schutzgut Kulturgüter und sonstige Sachgüter
Die seit 1985 unter Denkmalschutz stehende evangelische Dorfkirche von 1719 (sh. Denkmalliste des Landkreises Oder-Spree) wurde im Umweltbericht nicht berücksichtigt.
Eine nachhaltige Beeinträchtigung des Ortsbildes/ der Silhouette des Dorfes mit der unter Denkmalschutz stehenden Kirche wird durch das WEG 61 verursacht werden. Der Umgebungsschutz ist damit nicht mehr gegeben.
Anlage Landschaft
Umgebungsschutz Denkmal Kirche, Fotomontage

Weitere Gründe
Die in der Festlegungskarte (Maßstab 1:100 000) zum 3. Regionalplanentwurf ausgewiesen WEG 50 und WEG 61 hängen räumlich unmittelbar zusammen. Es ist davon auszugehen, dass die Entstehung von kumulativen Wirkungen auf Grund des engen räumlichen Zusammenhangs der WEGs zweifelsfrei gegeben ist.
Im Rahmen der strategischen Umweltprüfung sind daher die Auswirkungen dieser beiden Gebiete kumulativ zu betrachten. Das dies nicht erfolgte, wird dieses als gravierender Fehler im Umweltbericht angesehen.

Als Bürgerinitiative lehnen wir erneuerbare Energie selbstverständlich nicht prinzipiell ab. Wir fordern aber strengere umwelt- und sozialverträgliche Anforderungen für den Bau solcher Anlagen um sicherzustellen, dass Mensch und Natur keinen Schaden nehmen. Im Mittelpunkt müssen die Interessen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Schutz unseres Lebensraums stehen.
Nicht zu Letzt muss darauf hingewiesen werden, dass Mixdorf mit dem vorhandenen Solarpark die rd. 10.000 Bürger, die im Amt Schlaubetal leben und noch einmal die gleiche Anzahl von Menschen bereits mit erneuerbaren Energien versorgt und damit einen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie des Landes Brandenburg leistet.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kochan

Anlagen:
Anlage Verschattung
Anlage Seeadler
Anlage Weißstorch
Anlage Schwarzstorch
Anlage Kraniche
Anlage Rotmilan
Anlage verschiedene weitere geschützte Vogelarten
Anlage Landschaft